FRANKE RÖSSEL RIEGER

A R C H I T E K T E N

SCHWANTHALERSTR.12

D-80336 MÜNCHEN

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FAX +49-(0)89-759400-70

Der Ort MAXVORSTADT

 

Im Zuge der Stadterweiterung im 19.Jahrhundert zur Lösung des Wohnungsproblems entschied die königliche Baukommission der Residenzstadt München die Anlage und Entwicklung des Quartiers „Maxvorstadt“.

König Max I. Joseph als Namensgeber, sowie Hof-Gartenintendent Ludwig von Sckell und Architekt Carl von Fischer können als Protagonisten dieses Stadtteils gesehen werden.

Jedenfalls wurden die beiden Letztgenannten, nachdem sie 1808 ein städtebauliches Konzept entwickelt hatten, mit den Planungen betraut.

 

Ungefähr 200 Jahre der heute 843 Jahre alten Münchner Stadtgeschichte gestaltet also die sogenannte Maxvorstadt mit.

Zwischen Stadtzentrum und dem weithin bekannten „Schwabing“ gelegen, hat sie als östliches Rückrat den wohl bekanntesten Straßenzug Münchens - die Ludwigstraße, und als kunsthistorisch architektonisches Zentrum den berühmten Königsplatz.

Kronprinz Ludwig und die Architekten Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner haben diesem lebendigen Quartier ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt.

 

Wohnen in der Maxvorstadt bedeutet heute, mit Neugier und Entdeckungsgeist Vergangenes und Gegenwärtiges aufspüren und erleben zu können und auf Neues erwartungsvoll zu hoffen.

 

Obwohl erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden, können sich nicht viele der oft auch vornehmen Münchner Stadtbezirke mit soviel lokaler und internationaler Prominenz aus Kunst und Kultur rühmen wie eben die Maxvorstadt.

 

Schier endlos wäre die Liste, einige wenige, die hier lebten und wirkten (die Ungenannten mögen verzeihen), seien genannt:

Frank Wedekind, Bertolt Brecht, Hendrik Ibsen, Gerhard Polt, Joachim Ringelnatz, Ludwig Thoma, Franz von Stuck, Oskar Maria Graf, Thomas und Heinrich Mann, Rainer Maria Rilke, Richard Wagner, Lovis Corinth, Franz Marc, Gabriel von Seidl, Franz Josef Strauß,

Wassily Kandinsky, Otto Falckenberg, Alfred Kubin, Friedrich von Thiersch und viele mehr.

 

Und sie waren und sind pulsierendes Element eines Stadtteils, der geprägt wird von:

 

den Universitäten und Hochschulen, wie Ludwig-Maximilians-Universität

Technische Universität

Fachhochschule

Musikhochschule

Akademie der bildenden Künste...

 

den Museen, u.a. Alte Pinakothek

Neue Pinakothek

Museum der Moderne (ab 2002)

Lenbachhaus mit Kunstbau

Antikensammlung und Glypthothek

Grafische Sammlung...

 

den Straßen und Plätzen außergewöhnlichen Zuschnitts und höchster städtebaulicher und architektonischer Qualität , wie

Ludwigstraße

Briennerstaße – Karolinenplatz - Königsplatz.

ein Teil des einstigen Königsweges zum

Schloß Nymphenburg

alter botanischer Garten...

 

den zahlreichen Gastronomiebetrieben, die das bunte Volk der Dichter, Maler und

(Lebens-) Künstler einst und heute beherberg(t)en, die bekanntesten Namen seien erwähnt: die Elf Scharfrichter (Kabarett um 1900)

Cafe Stefanie

der Simplicissimus, heute Alter Simpl

Augustiner Keller

die Deutsche Eiche

Löwenbräukeller

der Schelling Salon

Osteria Italiana Lombardi, der „1. Italiener“ Münchens und immer noch einer der Besten...

usw, usf.

 

Und am damals noch unbekannten Rand der Maxvorstadt entstand die heutige Grünoase, der „ Alte Nördliche Friedhof “, dem sich das Anwesen Arcisstraße 50 mit seiner städtischen Fassade unmittelbar zuwendet.

Mittlerweile als Gesamtdenkmal des 19. Jahrhunderts in der Denkmalliste fest verankert und von altem Baumbestand überdacht, dient er nach wie vor als letzte Ruhestätte für Berühmtheiten wie

Gottfried von Neureuther (Architekt),

Lucile Grahn–Young (Tanzgöttin des 19. Jhdt.)

Wilhelm Bauer (Erfinder des U – Bootes)

von Maffei (Familiengrab)

Anderl Welsch (Volkssänger und Wirt) ...

 

Gleichermaßen ist er heute aber auch Grüne Lunge für Ruhesuchende, Jogger/innen und Sonnenanbeter/innen .

 

König Ludwig I. befahl, nach überstandener siegreicher Schlacht gegen Napoleon im Jahre 1814, den Triumph der beteiligten königlich-bayerischen Soldaten mit der Namensgebung Arcisstraße

nach dem Ort Arcis-sur-Aube bei Nancy - angemessen zu würdigen.

 

In diesem Umfeld entstand die Entwurfsidee für den Neubau der Arcisstraße 50 .

 

Die ENTWURFSIDEE

 

Ziel ist es, ein nobles, zurückhaltendes, modernes Gebäude zu errichten, das die Geschichte seines Typus (bürgerliches Stadthaus) und seines besonderen Ortes (Maxvorstadt, Rondell am „Alten Nördlichen Friedhof“) interpretiert und in die heutige Zeit transformiert.

Das „Ungewöhnliche“ tritt nicht laut auf, sondern ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen :

Fensterformate, Fenstergruppierungen, Farbe, Material- und Detailsprache.

 

Die Gebäude- und Wohnungsstruktur entspricht dem gleichen ruhigen Entwurfsgedanken : eine Neuinterpretation, die Umsetzung der bekannten Altbauwohnung in eine moderne Form.

Von einem Treppenhaus, das sich zum „Alten Nördlichen Friedhof“ öffnet, werden 2 bzw. 3 Wohnungen je Ebene erschlossen. Mit Ausnahme der Sonderform des schaltbaren Appartements gelangt man bei diesen über eine großzügige Diele beidseitig in gut proportionierte „Wohnräume“, die wiederum untereinander verbunden sein können („Rundgang“).

 

Auch die Gartengestaltung fügt sich in die Entwurfsthematik ein. Ein schöner Münchner „Stadtvorgarten“ soll entstehen. Ein stählerner, transparenter Gartenzaun, eine niedrige Hecke umfassen wenige Bäume und behutsam eingesetzte, gestaltete „Inseln“ (Pflanzen, Spiel...).

 

Das WOHNEN

 

Die Grundstruktur ermöglicht, wie bei den begehrten Altbauwohnungen, sowohl Wohnen als auch Arbeiten (Büronutzung).

Die Flexibilität liegt in der unterschiedlichen, austauschbaren Nutzung der Zimmer und in der vorgegebenen, möglichen Zusammenlegung oder Teilung der Räume.

 

Die Wohnungen sollen viel aber nicht alles können, für die Grundstruktur und die Detailsprache

gilt es sich einzusetzen, auch und besonders im Sinne der zukünftigen Benutzer.

 

Franke Rössel Rieger Architekten