FRANKE RÖSSEL RIEGER

A R C H I T E K T E N

SCHWANTHALERSTR.12

D-80336 MÜNCHEN

FON +49-(0)89-759400-50

FAX +49-(0)89-759400-70

...alles ist anders, aber es hat sich nichts verändert

 

Vorwort
-   Die Qualität einer Stadt ist nur so gut, wie die Summe ihrer Teile. Es fehlt z.B.: sozial

    gerechter bezahlbarer Wohnraum!
-   Der größte ökonomische und ökologische Wert eines Gebäudes entsteht dann, wenn

    weggelassen wird was verzichtbar ist!
-   Die Verantwortlichkeit aller Verantwortlichen ist als Voraussetzung zur Realisierung

    erforderlich.

Ziele
-    Minimalprojekt mit höchster Wohnqualität als Prototyp!
-    Öffentlich geförderter Mietwohnungsbau
-    Gebrauchswert + Nachhaltigkeit als Steuerungsmechanismus
-    Baukosten 1400Euro / m² Wfl., Nachweis in Kostenberechnung!
-    Miete Netto < 10Euro / m² Wfl., Nebenkostenanteil minimieren durch intelligente Technik
Σ     bezahlbarer Wohnraum für alle Lebensformen

Erläuterung
Stichworte

Stadtstruktur und Städtebau
    Sendling (Westpark) als gewachsenes Quartier, Bevölkerungsstruktur in

    „gesunder Mischung“
    Nachkriegs-Wohnungsbau im satten Grün (Gebäudebestand), herausragender Wohnwert  

    für Normalverdiener
    Städtebaulicher Rahmenplan für Baumaßnahme aus 2002 als Grundlage für

    Neubaumaßnahmen
   
Mobilitätskonzept
    ÖPNV, U-Bahn + Bus, PKW privat / PKW carsharing / Mittlerer Ring und Autobahn
    Stellplatzschlüssel / Auto frei! In Verbindung mit Fuß- + Rad-Erschliessungskonzept

Grün
    Grundstück mit Gartenstadtcharakter, ausgezeichneter Wohn- und Freizeitwert
    Nachbarschaft zum Westpark! Alter Baumbestand, geschützt

Parzelle, Bausteine und Gebäude

    historische Definition aus 1960 ff = Gebäudebestand + Grünbestand
    Gebäudebestand nicht sanierungswürdig, Ersatz durch Neubauten
    „Altes“ gibt Lage für „Neues“ vor, ...da wo ein Baum kann man nix bau´n...
    Kompakte Gebäude – kein vor und zurück, ökologische Bauteilplanung,
    Baukosten reduzierend in Bautyp + Detailausführung
    Konstruktionen durchgängig abgelastet ohne Versätze
    geneigter Dach StB-FT, industrielle Dachdeckung
    geringe Geschosshöhen, Fassade Fenster nur 1 Typ in Variation
    Fassade Balkone optimales „Ausbauverhältnis“ Fläche/Umwehrung
    Mindestanforderungen an Schallschutz
    Ressourcen + Kosten sparende Haus- und Elektrotechnik in Erstellung und Betrieb   
    keine TG – Ø PKW – Mobilitätskonzept (!) LHM (?)
   
Kunst der Fuge und des Fügens
    „...alle vorkommenden Fugen, Doppelfugen, Spiegelfugen usw. sind höchstens    
    vierstimmig...“  (aus: Kunst der Fuge, Wikipedia)
    die Wiederholung :II des Bausteins ist Qualität - dacapo
    Einfach Bauen in Grund- und Aufriss, System versus Individualität, Vorfertigung
   
Materialeinsatz + Materialverzicht
    siehe Vorwort:
    Der größte ökonomische und ökologische Wert eines Gebäudes entsteht dadurch,            
    dass weggelassen wird, was verzichtbar ist!
    Monolithische Aussenwandkonstruktion ohne „Rest“-Risiko WDVS
    sehr gute Auslastung des Tragwerks durch konsequent gleichförmige Tragstruktur und      
    Verzicht auf Ausnahmebereiche
    Einsparung an Materialmengen durch intelligente Haus- und E-Technik
   
Energiebedarf
    EnEv 2016 (gesetzliche Vorgabe EnEv 2009)

Gebrauchswert
    Hoch, wird erwartet. Man muss die Bewährungsprobe über die Jahre abwarten.
    Die Organisation der Inhalte hat sich schon bewährt, im Gebäude im gleichen Quartier
    Gewinn versus Verzicht „Der Verzicht ist ein Gewinn“

Gestaltung
    Öffnungen nur nach West + Ost, es gibt keine Süd-Wohnung! Das ist gerecht und solidarisch!
    Motto: „Ornament ist kein Verbrechen, aber auch keine Wohltat“
    Farbe könnte Sinn machen, Und Grün – am Haus, vertikal
    „einfach einfach“, wenn irgendwie möglich

Erkenntnis
    nur die Summe kleiner und großer Einsparungspotentiale ermöglicht die berechnete              
    Summe der Baukosten von ca. 1400 Euro .
    Der Verzicht auf auch nur einen Baustein hat i.d.R. kontextuale Auswirkungen auf              
    mittelbar davon betroffene Bauteile und führt dann zu aufwändigeren Konstruktionen      
    und damit auch zu gesteigerten Gestehungskosten.
    Das Ziel „Minimalprojekt“ ist nur erreichbar durch die Summe seiner Teile und umgekehrt!
©    Franke Rössel Rieger Architekten, München
    Taub Architekten, München. Ausschreibung und Vergabe, Bauleitung
    Energie Agentur Berghamer und Penzkofer, Moosburg
    Lieb Obermüller und Partner Tragwerksplanung, München
    Teutsch Ritz Rebmann Landschaftsarchitekten, München
    GWG Städtische Wohnungsgesellschaft München mbH

Schlusswort

Wir zitieren, mit seiner gütigen Erlaubnis, den Medienphilosophen Vilém Flusser (1920 – 1991)

aus:     Vom Stand der Dinge – Vilém Flusser – Steidle Verlag Göttingen
    1993, 1997 – ISBN 3-88243-249-7
    Zum Stand der Dinge
    Design: Hindernis zum Abräumen von Hindernissen

„...(Die) Gegenstände widerstehen (diesen) den Entwürfen. Dieser Widerstand fesselt die Aufmerksamkeit der Gestalter. Er erlaubt den Gestaltern, immer tiefer in die gegenständliche, objektive, problematische Welt zu dringen, sie immer besser zu erkennen und zu beherrschen. Er erlaubt wissenschaftlichen und technischen Fortschritt. Dieser Fortschritt ist derart fesselnd, dass die Gestalter dabei jenen anderen Fortschritt, nämlich ihr Fortschreiten in Richtung anderer Menschen, vergessen. Der wissenschaftliche Fortschritt ist derart fesselnd, dass jedes verantwortungsvolle Gestalten geradezu als Rückschritt erlebt wird. Die gegenwärtige Kulturlage ist so, wie sie ist, weil verantwortungsvolles Gestalten als rückschrittlich erlebt wird...“