FRANKE RÖSSEL RIEGER

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Die Bebauung der einst durch die Bundeswehr militärisch genutzten "Panzerwiese" im Norden von München hat Gestalt angenommen. Der unverbaubare Blick zur europaweit einmaligen "Primärheide" versieht die Sozialwohnungen mit einer auch für München außergewöhnlichen Qualität. Der von der GWG bebaute Ostteil des Gebietes "Panzerwiese Ost" bildet nun einen neuen Ortsrand im Norden der Landeshauptstadt.

Das im Bebauungsplan festgeschriebene städtebauliche Konzept sieht für den Bereich der GWG sechs gleichartige Baukörper vor, die bewußt als unterschiedliche Gebäude interpretiert wurden. Die Unterscheidungskriterien leiten sich aus Wohnungsgemenge, Grundrißvielfalt und Gestaltungsbausteinen ab und sollen den Bewohnern die Identifikation mit dem "eigenen" Haus, Eingang und der Wohnung erleichtern.

Gerade die Orientierung der an der Nordgrenze stehenden Häuser A, B, C und D nach Süden (zum Wohnhof), aber vor allem nach Norden (zur Panzerwiese) verleiht diesen Wohnungen einen ganz besonderen Erlebniswert und außergewöhnliche Wohnqualität. Die Wohnungen der Häuser E und F orientieren sich dagegen zum städtischen, gemeinsamen Quartiersplatz bzw. zu den vorgelagerten privaten Grünzonen.


Dazu dient allerdings auch das übergeordnete, von den Architekten entwickelte Farbkonzept.
Bestimmender Parameter für das realisierte Ergebnis war die einzigartige Örtlichkeit, die sich im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten vielfältig präsentierende Fläche der Panzerwiese. Aus ebendieser Wiese heraus entwickelte sich die neue Ortsrandsituation von Norden (Stadteingang !) in erdiger Farbigkeit, sowie die weiße Unfarbigkeit nach Süden, zum Quartiershof. "Sonderbauteile" wie Balkone, Erker, Vordächer, Laubengänge, Oberlichter der Tiefgarage, Fenster, Türen, Hauszugänge, Müllräume... fügen sich in dieses Erscheinungsbild ein, abgestufte Grautöne dominieren hier.
Und die in Theorie und zahlreichen Bemusterungen entwickelte farbige Gestaltung läßt sich nun vor Ort erleben und erfahren.
Bei allen gegensätzlichen Standpunkten zum Thema Farbe, Gebautes und Ungebautes (Landschaft) gehen eine unerwartete Symbiose ein.
Nicht Gegensatz - wie ursprünglich vermutet - bestimmt die Wahrnehmung, der möglichst vorurteilslose, neugierige Betrachter kann die Einheit von Architektur und Natur erfahren.
Farbe ist nicht zu erklären, sie ist aber zu fühlen, zu erleben, mehrfache Besuche helfen dabei.

Die eigene Identität des neuen Quartiers, durch die besondere stadträumliche und landschaftliche Situation geprägt, sollte auch durch die 6 Neubauten unterstrichen werden. Die Bewohner der insgesamt 206 Wohneinheiten  sollen Hilfestellung erfahren, u.a. mittels der gestalterischen und architektonischen Kriterien Quartierszugehörigkeit zu entwickeln, sofern dieser Anstoß durch Gebautes überhaupt gegeben werden kann.


Im besten Sinne "einfache" Baukörper und Details, klare Außenräume und die Bezüge zur Nordheide  machen diesen Standort im Münchner Norden für Mieter, Eigentümer und Besucher zu einem " Begehrten ".

Der tägliche "Gebrauch" durch die Bewohner wird dies bestätigen oder widerlegen, wir werden darüber berichten!