FRANKE RÖSSEL RIEGER

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20120420fra
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Espace

Allegorische Darstellung des Wohnraums als „befreiende Beschränkung“ in Form eines sich selbst in Ketten legenden Menschen, dessen Ketten sich zu Flügeln auswachsen.

 

Die Schaffung von Wohnraum ist ein chirurgischer Vorgang: Er entsteht durch Schneisenschlagung, Begrenzungen, die ein hier und dort schaffen, ein Innen und Außen, mit den Wänden als eine selektive Aufnahmen ermöglichende Membran.

Für den Einzelnen ist er als Rückzugsort zentral und liegt doch – und sollte es auch in objektivierter Sicht – immer am Rande des Ganzen. Der ideale Wohnraum ist der, der seinen Bewohner durch die von ihm ausgehende Beschränkung befreit, als solcher dabei in Vergessenheit gerät, zentrale Peripherie ist, einen Zustand blinder Nacktheit erlaubt.

Ein solcher Raum ist: schamlos gut.

Der Zugriff von Dritten auf das Innere wird gefiltert, das Äußere hingegen ist frei erlebbar. Wie Feinripp oder Haute Couture, mit Handschrift und Vision, modisch oder zeitlos, überbordend oder sachlich, präzise jedenfalls, und dafür gibt es Regularien. Man nennt sie Gestaltsqualitäten.

Mein „Fluxus“-Wohnen: Intimität im privaten Raumvolumen, my home is my castle. Möglichst knapp bemessen und kompakt, Fläche 35m², Höhe 4m Luxus. Vorsicht, die sogenannte Wohnerfahrung schafft Unfreiheit, apodiktische Wohnvorbilder sind Makel oder von Maklern monopolistisch auf angebliche Kundenwünsche zentriert!

Ich wähle die „Privatisierung“ des öffentlichen Raums, z.B. den Stadtraum als Balkon, das Cafe als Küche, den Waschsalon als kommunikativer Hauswirtschafts- und Hygieneort, die Parkbank als Eames´scher Lounge Chair ...

Man muss sich für weniger entscheiden, um verändern zu können!