FRANKE RÖSSEL RIEGER

A R C H I T E K T E N

SCHWANTHALERSTR.12

D-80336 MÜNCHEN

FON +49-(0)89-759400-50

FAX +49-(0)89-759400-70

20130709fra
20130709fra

 

 

 

Der Ober sticht den Unter

 

"München will lockerer werden" heißt in der SZ vom gestrigen Tag (Süddeutsche Zeitung MÜNCHEN, Nr. 176, Donnerstag, 1. AUgust 2013, R1, von Dominik Hutter).

 

Warum auch immer, aber die Lockerheit ist wirklich verloren gegangen. Die volkstümliche, traditionelle, native "boarische" Lockerheit.

 

Beim Besuch einer Lokalität oder auch eines nur vom Firmament überdeckten Ort des Bieres, dem Biergarten nämlich, gehörte es zum guten Ton und war ganz normal, dem Trink-Event zwischendurch, also zwischen der 3. und der 4. Maß, mit einer sogenannten "krachledernen Wirtshausschlägerei" einen besonderen Anstrich zu verleihen.

 

Einfach so, ohne Vorsatz, vielleicht nur deshalb, um den Innen- oder Aussen-Ausbaugewerken und den Amtsgerichten berufliche Nahrung zu geben, z.B. auf dem Weg zur lockeren Erleichterung, also auf dem Weg zum "Bisln".

 

Manchmal reichte es schon aus, mit einem "warum schaugst´n so blöd?" dem zufällig auserwählten Sandsackgesicht den Vorschlag eines sportlichen Unterbruchs, auch genannt "Trinkpause", zu unterbreiten.

 

Mei, waren das noch lockere Zeiten!

 

Und jetzt plant der Wilfried vom KVR eine Lockerung "der sogenannten Sondernutzungsrichtlinien, um den Wirten zumindest in puncto Möblierung mehr Handlungsspielraum zu geben. ...nach Sabine Lallinger, Entschuldigung, Nallinger soll zusätzlich das 23-Uhr-Limit fallen. Auch ihr CSU-Konkurrent Josef Schmid kann sich "mehr Liberalität" vorstellen - sofern die Anwohner nicht über Gebühr belastet werden." Das berichtet der Dominik Hutter von der SZ in seinem Artikel.

 

Der Blume-Beyerle (? warum eigentlich nicht ganz locker einfach Bayerle ?) Wilfried, vorallem aber die Lall..., Entschuldigung, Nallinger Sabine und der Schmid Sepp wollen sich kurz vor der München-Wahl anscheinend noch anwanzen und die Liberalitas Bavariae überdehnen, bis sie platzt.

 

Im Regelfall sind unsere Münchner Strassen und Plätze nämlich für üppig ausufernde Gatronomieausstattung einfach zu provienziell dimensioniert. Dafür gibt es als Ausgleich aber Gott sei Dank die zahlreichen Kastanien überstandenen Biergärten in unserer Stadt.

 

Auf dem mittlerweile zur Eventarena umfunktionierten Gärtnerplatz könnte unter dem Motto "Der Ober sticht den Unter" z.B. von Samstag auf Sonntag das typisch bayerische sportliche Messen in großer Lockerheit stattfinden. Gestörte Anwohner "treffen" auf beim Feiern nicht gestört werden wollende "Eventler".

 

Die Frage ist, wer da jeweils der Ober oder der Unter sein wird?!