FRANKE RÖSSEL RIEGER

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Die Ästhetik des Unzulänglichen

 

 

Es ist noch lange nicht als zufällig zu bezeichnen, wenn das Ergebnis vermeintlich „dem Zufall überlassen“ wurde.

Mag sein, dass es einer menschlichen Erklärung zunächst entbehrt.

Es ist aber zu vermuten, dass die geforderten Erklärungen durchaus im geschlossenen System unseres Lebensraums, seiner Geschichte und dem Blick nach vorn vorzufinden sind.

Man muss nur nach ihnen suchen und sie dann vielleicht per Zufall entdecken und wahrnehmen. Die menschliche Leistung hat dann etwas mit Sherlock Holmes`scher Ausdauer zu tun und nicht mit seiner Intellektualität.

 

Menschliche Erklärungsversuche, denen wir im großen Stil aber inhaltslos ausgeliefert sind, beinhalten meist Eigenschaften wie Ungeduld, Unvermögen, Unwahrheit, fundamentalen Wissensmangel, Antwortzwang und anderes „Menschliches“. Jeder weiß über alles Bescheid, zumindest wird so getan, und will sich die angreifbare Blöße von angeblicher Unwissenheit nicht geben. Manchmal wäre ein selbstbewusstes "Ich weiß es nicht" geradezu ein Segen.

 

Eine Erklärung für die durch Zufall entstandenen Ergebnisse steckt in der subjektiven Wahrnehmungsfähigkeit, nach Schönheit und Sinnfälligkeit, vielleicht nach fast autistischen Mustern, ganz ohne „Gesichtsbuch-“ und Instagram-, ohne T(z)witter- und Tumblr.-, Pinterest- und Google-Absicherung.

Dazu braucht es aber aktivierte, vorurteilsfreie und geschulte Wahrnehmungsfähigkeiten.

 

Damit sollte man sich dann durchaus abfinden können und per se nichts Schlechtes daran finden.

Vorgetäuschte Präpotenz nämlich, verbunden mit spiegelglatter Oberflächlichkeit und Unterschnitt am Haupt vermittelt angeblich Spaß; den will zumindest ich aber nicht ständig um mich haben.

Auf Spaß kann ich nämlich bestens verzichten.

 

Mit Humor siehts da schon anders aus.

"Nenn mich nicht Walentin, du nennst ja auch nicht deinen Vater Water."

Ergo, nennen wir ihn bitte also Valentin [Fall...].

 

Perfektion dient der Absicherung der Einfältigen.

An diesem Sekuranten lässt es sich gut festhalten.

Unzulänglichkeit zu ertragen sollte die Ambition der Neugierigen und Offenen sein, so wird keine auch noch so geringe Chance auf der Suche nach bisher Unbekanntem vergeben.

 

Wozu dient eigentlich die dem zwanghaften persönlichen Mitteilungs-Würgreiz entsprungene geistige Erklärung, wenn die sinnliche Wahrnehmung die Antwort schon gegeben hat?

 

 

 

Heinz Franke FRR Architekten 20150102