FRANKE RÖSSEL RIEGER

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Messner Mountain Museum, Firmian, 2011.05.29
Messner Mountain Museum, Firmian, 2011.05.29

Wachstu(r)m und die Phänomenologie des Irdischen

oder

ein Wachsturm schmilzt, wenn es heiß wird



Seit dem 16. Lebensjahr bin ich nicht mehr gewachsen, zumindest nicht nach oben. Die erreichten 189cm sind fix und nicht veränderbar, außer vielleicht durch Amputation der Gehwerkzeuge.

In die Breite geht dann doch immer noch ein bisschen, wie die eher kugelförmigen Komparsen in unseren Gesellschaften beweisen. All Inclusive macht die fett, die sich das Buffet leisten können.


„Chacun à son goût“.


Meine Gewichtszunahme von damals 63.018 Gramm auf heute 82.524 Gramm ist - medizinisch gesehen - im Rahmen eines geradezu optimalen BMI angelagert.

Die Formel lautet:

BMI = M/l² = 82,5/1,89² = 23,0956580163 (das Ideal liegt zwischen 20 und 25, sagt man).


Mehr Wachstum meiner eigenen Gehirnfähigkeiten und des Intellekts wären wünschenswert (gewesen).

Möglich wäre bei mir immer noch das Wachstum in die Breite. Von aktuell 82,5 auf 150kg beispielsweise. Und noch mehr, bis die Hülle dem innerem Druck der körpereigenen Flüssigkeiten und Feststoffe nicht mehr Stand hält und das Innere nach außen kehrt, also explodiert.

So ein ungezügeltes Wachstum in die Breite würde dann zu einer Riesensauerei führen.


So wie die Finanzgebaren von:

EU EZB IWF und der weiteren Rettungsschirme wie EFSF, EFSM, ESM und Knirps, trotz hoffentlich und vielleicht hehrer Ambitionen. Allein mir fehlt der Glaube...


Wer sind eigentlich die Créateure des Wortes Grexit? Wer hat´s erfunden? Doch nicht etwa Ricola?

Wie würde das Wort lauten, wenn unsere eigenen Verantwortungsübernehmer plötzlich entscheiden würden, dass es unserer Republik und seinem Wohlergehen besser zu Gesicht stände, ganz aus dem Euroverbund auszusteigen zugunsten der guten alten D-Mark? Dexit?

Alles liegt an uns, gerade weil wir doch die Besten und die Guten sind, ständig wachsen und manchmal dabei auch platzen und so großes Interesse am Wohlergehen der jeweils Anderen haben mit unserem phänomenalen Exportüberschuss.

Übrigens, wenn ich vor meinen knarrzenden Karren einen 2. Esel spanne, statt das Ziehen der schweren Lasten nur einem Esel zuzumuten, dann ist das ein Eselwachstum von 100 Prozent, aber noch lange kein persönlicher Wohlstand in unserem Sinn. Der Esel tut sich halt leichter, aber auch nur, wenn ich nicht die Lasten im selben Atemzug verdoppele.


Zunächst handelt es sich beim GREXIT um ein intellektuelles Desaster. Seit Jahren werden Finanzpflaster mit gelben Euro-Sternchen auf die Löcher in den Portemonnaies der Griechen geklebt. Mit dem Erfolg, dass sich die „kleinen“ Griechen ihre z.B. Gesundheitsvorsorge nicht mehr leisten können.

Haben die handelnden Weisen die nötige Qualifikation und den Willen für den effektiven Blick nach vorn jemals besessen?

Ist dieser Blick nach vorn denn immer und ausschließlich nur in Zahlen zu meißeln ?

Haben die Beteiligten schon einmal über menschliche und philosophische Lösungsansätze nachgedacht? Griechenland ist eine der Wiegen des menschlichen geistigen Handelns und hätte es sozusagen verdient, über den monetären Tellerrand hinaus betrachtet zu werden, bei allem Stolz der Griechen.

Jeder ambitionierte Fußballtrainer, auch Fußballlehrer genannt, hat doch heutzutage eine (wenn auch nur praktische) Philosophie. Die Lobby der ausschließlich zahlengesteuerten politischen Hobbydenker hat anscheinend keine! Vielleicht auch deshalb, weil sie meist nie richtig in Abhängigkeit gearbeitet haben?

Obwohl: nach eigenen Aussagen haben die Retter in den letzten Tagen „bis zur Selbstaufgabe“ an der Lösung gearbeitet. Da kommen mir faulem Hund wirklich die Tränen.

Ihr Handeln erinnert einen schon an die Zeiten, in denen gut bewaffnete Wegelagerer mit ihren gewalttätigen Eintreibungen von Durchfahrtszöllen die Geschicke der Reisenden bestimmten.

Zum Geldverleihen braucht es nicht nur Geld selbst, sondern auch Ethos, Moral, Sittlichkeit und Interesse am Wohlergehen derjenigen, denen das Geld geliehen wird.

Mit einem kunstvollen Wurf des Finanzbumerangs allein ist die Selbstaufgabe wertlos, die Kohle kommt ja wieder zurück, wenn sich der Kreisbogen am Ende beim Werfenden wieder schließt.

Man muss nur fangen können, werfen allerdings auch.


Eine (Be-)Währungsunion ist - nach den so gerne zitierten geltenden Marktgesetzen in der freien Welt - nur zum Funktionieren zu bringen, wenn die Betriebs- und Volkswirtschaftler sich endlich hinten anstellen und nicht immer das erste Wort für sich in Anspruch nehmen. Demütig darauf warten, bis ihnen die Denkenden das Wort erteilen und sie um Rat und Mitwirkung fragen, wäre die bessere Methode.

Erforderlich wäre also eine Geistesunion, daraus würde dann vielleicht ein Schuh werden können.


Dann bräuchten wir weniger Bankenrettungen zu betreiben, könnten auf steuerliche Selbstanzeigen verzichten, würden die Geflüchteten nicht quer durch die Lande schicken, bekämen das Klima besser in den Griff, müssten uns nicht über Endlagerstätten streiten, würden alle die gleiche Maut bezahlen oder eben alle keine … .

Vielleicht ist es aber auch gut so, wie wir es machen? Zumindest rührt sich mal was, wenn auch seit Jahren immer im gleichen Topf ; die allabendlichen TV-Brennpunkte vertreiben uns die Zeit und fördern die Erkenntnis zum Wesen des Seins.

Ehrliche Selbstkritik und ein gerüttelt Maß an Bescheidenheit würde nicht schaden, und zwar bei allen Beteiligten und Unbeteiligten.

Der Philosoph und Staatstheoretiker Thomas Hobbes hat in seinem Werk Elementa philosophica de cive Mitte des 17. Jahrhunderts die Beschreibung für die vom Menschen installierten Staatenkonstrukte und ihr gegenseitig abhängiges Miteinander in weiser Voraussicht geliefert.

Ihr Junker der EU, kauft euch das Büchlein und lest es im wohlverdienten Sommerurlaub. Vielleicht auf einer griechischen Insel?

Wahrscheinlich nützt die Lektüre aber nichts!


Wie ist eigentlich der Unterschied zwischen staatlicher und damit staatsbürgerlicher Bankenrettung (bereits mehrmals erfolgt und ständig fortgeschrieben) und Länderrettung zu verstehen? Wer ist die Henne oder das Ei und wer oder was war zuerst da, wen gilt es zu (unter)stützen und wen nicht?


Wir brauchen zuallererst keine sogenannten Finanzexperten und Unternehmensberater, sondern unegoistische und freie visionäre Denker, um die unzähligen offenen Fragen auf unserer Welt wenigsten ansatzweise beantworten zu können.


Appleland könnte helfen, könnte nicht?

Unweit von Silicon Valley, im ehemaligen Zentrum von Love and Peace, im rasend schnell degenerierenden San Francisco, kostet das mickrigste Zimmerlein mittlerweile 1.000 US$ zur Miete. So etwas wird finanzielle Kreativität genannt.

Von Love and Peace kann aber leider keine Rede mehr sein.

Geschadet hat dies damals nicht. Wo keine Waffe, da kein Schuss.

Vielleicht wehren sich die aus dem Distrikt Haight-Ashbury Vertriebenen einmal mit gewaltloser Überzeugungskraft, dann von mir aus täglich 3 mal frisch geduscht (trotz Wassermangel in California!), parfümiert, mit schickem Unterschnitt am Haupt, ohne Blümchen im Haar, aber mit der verloren gegangenen Lebensweisheit von damals.

In den USA wird seit Jahrhunderten gerne auf Afroamerikaner geschossen, in der Vorzeige-Demokratie unseres Erdballs. Love and Peace könnte helfen ...

Bei uns ist es mit dem Schießen noch nicht soweit, „Schwarze“ sind noch unbehelligt, zum Glück für sie.


Griechenland hätte keine deutschen U-Boote aus deutschen Waffenexporten benötigt, um seine gesellschaftsbedrohenden Probleme in den Griff zu bekommen. Ein Torpedo war noch nie dazu geeignet, das Böse zugunsten des Guten zu beseitigen.

Es hieß auch einmal, „dass niemand die Absicht hat, eine Mauer zu errichten“.

Wir haben zwar vor 25 Jahren diese dann angeblich nicht vorhandene Mauer (s.o.) abgerissen, sind aber gerade im Begriff und auf einem guten Weg, die Abgerissene durch neue, höhere und mächtigere Mauern zu ersetzen, durch die sogenannte „europäische Umwehrung“.

Dieser Begriff ist lediglich in den Baugesetzen unserer Republik noch nicht verankert, noch nicht, aber durchaus real existent. Die Abstandsregelungen des Baurechts jedoch bleiben unberücksichtigt.

Durch die bröselige Mauer wird die Konjunktur und das Wachstum angekurbelt, Arbeitsplätze mit kürzlich vereinbarten wachstumshemmenden Mindestlohnvereinbarungen werden gesichert, der Verfall der Umwelt wird beschleunigt, die Flüchtlingsströme nehmen zwar zu – werden aber ferngehalten, der Terrorismus ist ein neuer Berufszweig geworden, die Textilien aus Bangladesch werden immer billiger (eine Art von Negativ-Wachstum) und das Wachstum des Schuldenbergs hat das einstige Wachstum des europäischen Butterbergs abgelöst. Alles ist im Wachstum begriffen oder würde gerne exponentiell zunehmen; in bewährter sozialer, marktwirtschaftlicher und freier Regelung, in höchster Verantwortung des Einzelnen und der selbstlosen Verantwortung seiner durch freie Wahlen beauftragten Vertreterinnen und Vertreter.

Wir sind im Sinne des gültigen betriebswirtschaftlichen Denkens auf dem besten Weg, sagen die Protagonisten nach Befragung ihrer unabhängigen Experten und Expertinnen.

Ja gleichsam bergführerartige Expertenüberwachung ist uns garantiert durch Troikas, Institutionen und andere.

Schon die bloße Namensänderung schafft ja bei Betroffenen ad hoc neues Vertrauen und die Bereitschaft zur Mithilfe zur Lösung des eigenen Problems. "Die Troika" wurde in "Die Institutionen" umgetauft, ohne Eintrag beim Standesamt.

So einfach ist das! Das denken die die denken, sie würden denken und hätten eine Meinung.


Früher war ein Junker ein Mitglied des Adels ohne Ritterschlag, heute ist ein Juncker ein ehemals zweifelhafter luxemburgischer Finanz- und Premierminister, der mittlerweile ohne endgültige ethische und juristische Bewertung und Berichtigung seines Verhaltens oder Fehlverhaltens zum obersten Hüter und Bauherrn der „europäischen Umwehrung“ aufgestiegen ist. Hätte man den obersten Hüter Europas nicht bis nach der Klärung der Sachverhalte ruhig stellen können?

Im Moment laufen nun allerdings Untersuchungen und Ermittlungen.

Stattdessen läuft er frei herum und hat inzwischen diverse Ritterschläge erhalten. „A Hund is er scho“.

Das Schlimme daran ist, dass dieser Ritter nicht der einzige Moralapostel mit permanentem Freigang ist. Man nennt dies wohl offenen Vollzug für zunächst zumindest vermutete Kavaliersdelikte in Verbindung mit lobbyistischen Wiedereingliederungsverfahren von in bester Absicht selbstlos bis zur Selbstaufgabe Handelnden.

Verstehen Sie das? Ich nicht!

Und doch würde ich gerne ein 3-Streifen-Trikot von ADIDAS mit dem Konterfei vom Junker Juncker auf meiner dann stolz geschwellten Brust tragen, so wie andere Revolutionäre zu unrecht ihre Hühnerbrust mit dem Konterfei vom so geschätzten Che Guevara schmücken, in den Farben Schwarz auf Rot.

Aus Gründen altersbedingter Unsportlichkeit ist der Junker möglicherweise aber noch nicht im Tank-Top-Portfolio der Herzogenauracher eingestellt.

 

Manche benötigen für den Ernstfall eine teure Haftpflichtversicherung, um den Geschädigten bei Bedarf (die) Reparationen zahlen zu können oder haften gar persönlich für ihre Missetaten. So ist es eigentlich nicht verkehrt, wenn ihr Fehlverhalten denn erwiesen ist.

Andere wiederum übernehmen für ihr fehlverhalten mit fester Stimme öffentlich einfach die Verantwortung - wenn überhaupt - und machen sich mit den erhaltenen Abschlagszahlungen anschließend aus dem Staub. „Wer ko der ko“.


Vielleicht kommen wir mit der Verwendung des Credos der eingangs ermittelten geheimnisvollen Zahl 23,0956580163 weiter.

Dazu bräuchte es allerdings Visionen und keine Experten. Dieselben haben nämlich keine, keine Visionen.

Geistiges Handeln derer, die dazu imstande sind (und das sind weniger als man glaubt) und keine Präsenz von selbsternannten Durchblickern und Abgreifern ist vonnöten.

Dieses qualitätvolle geistige Handeln müsste materialisiert und klug personifiziert werden, und da liegt der Hase im Pfeffer.

Vielleicht nach einer Art Quandt-entheorie in wirtschaftlicher Hinsicht, aber halt mit sozialer Verteilungstheorie.

Dann wäre vielleicht die Möglichkeit gegeben, die beiden Schenkel (der Schere) wieder zusammen zuführen, so wie nach einem erfolgreich durchgeführten Hipster-Bart-und-Haarschnitt.

Time will tell

aber schnell!

Bitte!



Heinz Franke, 28.06.2015

Der, der sich nicht zu den Experten und Denkenden zählt und auch nicht mit dem Wolf tanzt.