FRANKE RÖSSEL RIEGER

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collage 20160404fra
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Vorschau auf maximales Interesse an minimalem Projekt

 

Die Prognosen sagen, dass es diverse Reisegruppen nach München Sendling-Westpark führen wird.

Ich hasse zwar self-staging, aber wir haben anscheinend einen ganz ordentlichen Job gemacht.

 

Die Befürchtung ist, ganze Kohorten von Trittbrettfahrern am halbfertigen Projekt begrüßen zu dürfen und zu müssen, solche die keinen Gedanken am Grundsätzlichen haben, sondern das Ergebnis photografisch dokumentieren wollen, auf die aktuelle Art und Weise: man hält des Okular mit halb angewinkelten Armen ca. 40cm vor das Gesicht und wählt den Bildausschnitt im klappbaren Display. Klick – und man weiß wie es geht.

 

Sinnvoll wäre es jedoch, das Unsichtbare zu erfragen, das was dem Hirn entsprungen ist, warum es zu dem gekommen ist, zu dem es gekommen ist.

Man musste die gleichsam seglerische Kunst des Kreuzens beherrschen, um mit angemessener Geschwindigkeit gegen den Gegenwind zu steuern.

Was haben wir uns nicht alles angehört: wenn es so „billig“ ist, dann schaut es beschissen aus, kracht gleich zusammen und entspricht nicht der gängigen Sprache unserer Mainstream-Baukultur.

 

Auffällig war in der jüngeren Vergangenheit, dass die Diskussionsforen und Podiumsbesetzungen mit „Müsste-Hätte-Könnte-Personen" besetzt waren.

Vor meinem geistigen Auge sehe ich dann immer das Bild eines gerade in München angekommenen künftigen Theater-Intendanten, der mit ungepflegten Haaren und in einem aus der Form geratenem orangefarbigem T-Shirt als Mahner, Freidenker und Innovateur den örtlichen Einfältigen einen Spiegel vorhält, in dem man das lesen kann, was den Altvorderen der Münchner Metropole nicht in den Kopf kam.

Bei allem Respekt, aber da kam nix Neues, außer einer schäbigen „shabbyshabby-Idee“, realitätsfern und nutzlos.

Und Kunst oder Anstoß für neues Denken war es auch nicht. Self-staging war es, das wandelnde orangene Flattershirt war dankbar dafür. Man ist halt schon mal im Gepräch, ohne dass man außer einigen unvermeidbaren Pfürzen auch nur einen substantiellen Beitrag geleistet hat.

Das wissen wir auch, und nicht nur wir, „es fehlt an bezahlbarem Wohnraum in München“, sondern auch viele Andere. Dazu brauchen wir wirklich nicht den Intellektuellenverschnitt aus der Hauptstadt der Republik.

Warum hat man uns eigentlich noch nicht gefragt, wie´s geht?

(Die unfrisierte orangene Figur ist nur eine Metapher und ein Symbol für das ziellose Schwimmflügelschlagen unser ertrinkenden Stadtgesellschaft.)

 

 

Wichtig waren für uns die Vorgeschichten zum Projekt, unsere Standhaftigkeit und der glückliche Umstand, in der Entwicklungsphase in Freiheit und ohne Förderrichtlinienzwang operieren zu können.

Der Zug war nach der fahrplanmäßigen Abfahrt vom Gleis Mini X gut ins Rollen gekommen, da zwängten sich plötzlich diverse Schwarzfahrer zwischen die Fahrkartenbesitzer auf die klappbaren Armlehnen und fuhren mit, aus Angst, eventuell etwas Besonderes verpasst zu haben.

 

Befreiungsschläge braucht es, weniger Mitquatscher aus der Inzucht-Community, kluge Unabhängige, ohne inszeniertes wirres Haar und schlabbriges T-Shirt; Subkultur und keine staatlich geförderte Intellektualität und vieles mehr.

Und viel mehr Respekt von denen, die alles haben für die, die wenig oder nichts haben.

Die Mitreisenden der zirzensischen „Ich-würde-wissen-wie-es-geht“ Veranstaltungen trifft sich heute hier und morgen dort, jeder kennt den Vortrag des anderen zur Genüge, weil er diesen bei sich turnusmäßig Wiederholungen auf identisch besetzten Podien schon hunderte Male hören durfte.

Beim Bauen nichts Neues“.

So eine Art „Zirkus Fliegenpilz“, ohne den einstmals real existierenden Familienbetrieb damit zu meinen.

Vor dem Genuss von Fliegenpilzen wird ausdrücklich gewarnt!

 

Der Verfasser dieser Zeilen bekennt sich keineswegs zur Gruppe der Wutbürger.

Er ist Mitglied einer kompakten Guerillatruppe, die aufeinander eingeschworen vielleicht erfolgreich versucht, gegen eine Übermacht von Hütern des Status Quo neue Wege zu beschreiten. Manche reden, wir machen!

 

Barrierefreiheit für Alle“ lautet die Devise. Diese Barrierefreiheit geht weit weit über die bauliche Barrierefreiheit der DIN(!) 18040 hinaus. Sie ist globaler Natur, sie spricht von „Liberté, Égalité, Fraternité“, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

Unsere Erde ist bezogen auf sämtliche das Leben und Sterben betreffende Inhalte ein „Geschlossenes System“, nichts kommt hinzu, nichts geht verloren.

Was nicht heißt, dass es keine Mutationen und damit Veränderungen auf Erden gibt.

Die zügellose und gedankenlose Verwendung vor Allem für Manche führt eben zum wachsenden Chaos auf der Welt.

Hätte man die Rohstoffe doch dort gelassen, wo sie waren, dann wäre Krieg vielleicht ein Fremdwort geblieben.

 

Arbeitsplätze, Wachstum, Wirtschaft, Wohlstand sind die Zauberworte.

 

Wir Bundesrepublikaner erkaufen uns dies auch mit Platz 3 auf der Waffenlieferanten-Liste und gefälschten Emmissionswerten der halbstaatlichen Wolfsbörger.

Ist doch „Ürre“, ist es nicht?

 

 

20160619fra