FRANKE RÖSSEL RIEGER

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collage  "Büßerinnenkleid"   20180629fra
collage "Büßerinnenkleid" 20180629fra

 

 

 

Wie betroffen kann einen die persönliche (Welt)-Geschichte machen?

oder

 

Was kümmert´s mich?

 

 

Die Wege der Freiheit sind unerkannt, zumeist.

Gern stellt man deshalb das Navigationssystem nach persönlichen Vorlieben ein. Dort wo man ist oder wo man hin möchte, dort soll die Freiheit sein. Der dazu notwendige Filter ist nicht vorhanden im System, außer man versteht unter Freiheit die Vermeidung von Staus auf den Verkehrswegen.

 

Freiheit besteht dann möglicherweise aus der zwangsweisen Umfahrung der Unfreiheit.

Oft sind sehr weite Wege unabdingbar.

Pausen werden empfohlen. Regelmäßige, an die man heute ggf. durch ein intelligentes Navigationssystem erinnert wird.

Früher hatte man entweder Durst oder musste diesen Gelöschten

an dafür vorgesehenen Stellen aus dem Körper in die Freiheit entlassen.

Ja, dazu war keine künstliche Intelligenz erforderlich.

Der innermenschliche Drang ersetzte da des Menschen Intelligenz.

Eine Art Körperlichkeit, die zwar wie Alles vom Gehirn gesteuert war, aber ihren Ausdruck in einer Art Unwohlsein im Unterbauch erhielt.

 

Man konnte sich zwar eine gewisse Zeit dagegen wehren, aber einige Zeit später hatte man das Gefühl baldmöglichst zu platzen, würde man die Erleichterung noch weiter zu verzögern versuchen.

Des Menschen Wunsch und Wille ist es aber ganz und gar nicht, platzen zu müssen.

Es hat einen deshalb zu kümmern, gezwungenermaßen.

 

Dabei kommt es dem Versuch gleich, das Gefühl vom Körper zu trennen.

Vielleicht ist die einzige Möglichkeit dafür das Trennen des Hauptes vom Rumpf. Gern verwendet zur Zeit der Französischen Revolution, beispielweise.

Tod ist nicht Freiheit!

Manchmal aber Erlösung von dem Übel.

 

Nur ist das Ergebnis nicht der Weg zur Freiheit, wird durch die Enthauptung auch das Unwohlsein im Unterbauch gestoppt.

Es handelt sich eher um das Erreichen des Nichts, sollte der Tod einen wirklich in den Zustand des Nichts versetzen. Dies ist abhängig von Religionen oder anderweitigem Denken an das Kommende.

Es könnte das Nichts sein, folgt man dem Glauben der Existenzialisten an das Nichts danach.

Vergessen darf man nicht die, die einen nahestehenden Menschen verloren haben.

 

Das „Was kümmert´s mich“ bereitet einem meist Sorgen, ist nämlich das eigene Wohlergehen betroffen. Hier wird von der eigenen egoistischen kleinen Weltgeschichte gesprochen, die in der Wüste des Kümmerns oder Nichtkümmerns nicht einmal den Bruchteil der Größe eines Sandkorns erreicht, welches sich ob des ständigen Wüstenwindes ständig auf Reisen befindet, ohne Navigationssystem.

Dieses Erleben ist bedeutend für einen selbst, steht man sich naturgemäß in der Regel doch selbst am nächsten.

 

Eigentlich schade wenn die Regel frei von „Lösungsmitteln“ ist.

Jetzt bin ich plötzlich sehr betroffen....

 

 

 

Heinz Franke

 

20180629