"Das Büro"

FRANKE RÖSSEL RIEGER

A R C H I T E K T E N

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verbotenerweise

 

schlangenlederstiefel aus new mexico, oder war es arizona, trug ich an den füßen.

1982 erworben und lange jahre getragen, solange, bis die hinten in froschperspektive abgeschrägten absätze nur noch 3 millimeter auftrugen.

jeder noch so kleine stein drückte sich bis auf die fersen durch, bis leise das blut aus den handgenähten stiefeln ran.

es war wie eine art von kreuzigung.

 

schnurgerade war die fahrt bis ins tiefe texas, wo ich die absätze fachmännisch überarbeiten ließ, damit ich beim square dance keine gammlige figur abgab. da taten die überlangen haare schon ihr übriges.

ich wollte kein easy rider schicksal erleiden, was ob meiner tanzkünste, wie sich herausstellte, auch nicht zu befürchten war. die texaner mochten meinen move.

 

ein kreis baute sich um meine tanzpartnerin und mich auf. wir waren uns gänzlich unbekannt, zunächst. in der heißen nacht danach lernten wir uns aber näher kennen.

ihr vater besaß eine ranch, wie man sie aus guten alten sw-western kannte. er hätte es wohl gerne gesehen, wenn ich seine tochter vor der heißen nacht noch geehelicht hätte. es herrschten strenge sitten dort.

sehr früh am morgen, so gegen 3:00 a.m. schob ich meinen chevypickup leise vom hof der ranch und verließ sie und meinen fastschwiegervater auf leisen rädern.

auf dem highway gab ich den sechs pferdchen die sporen und fuhr zurück nach new mexico. oder war es arizona?

 

unseren tanz werde ich nie vergessen.

wahrscheinlich suchte mich daddy nach meiner flucht steckbrieflich bis zu seinem tod. heute wäre er 105 jahre alt geworden, achtunddreißig jahre nach unserer begegnung.

 

den sechsi chevy konnte ich den reservatierten hopis gut verkaufen.