FRANKE RÖSSEL RIEGER

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Elegie

„Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen“, Karl Valentin


Ich dachte, die Zeiten der Pogrome in unserem Land sind längst vorbei.

Nein, das dachte ich nicht wirklich, ehrlich gesagt.

Eigentlich wundert es mich nicht einmal, dass es wieder brennt bei uns.

Nichts haben wir aus unserer dunkelsten Vergangenheit gelernt, die ja so lange noch gar nicht zurück liegt.


Die sogenannten „Nürnberger Gesetze (?)“ gibt es nicht mehr. Gott sei es getrommelt und gepfiffen!

Aber das Handeln mancher Menschen, ist wie in der aktuellen Situation spürbar, sehr oft nicht von der Einhaltung der bei uns nunmehr gültigen Gesetze geprägt. So etwas wird oft auch mit Cleverness umschrieben. Wenn man ertappt wird, entschuldigt man sich, und alles ist in Ordnung.

So hofft man. Für die Selbstanzeige ist es dann allerdings zu spät.


Eigentlich sollten für ein geregeltes menschliches Zusammenleben ja gar keine Gesetze von Nöten sein.

Diese Aussage ist kein humanistisches Gefasel, sondern ein Axiom, dass allerdings zunehmend vom Aussterben betroffen ist oder bei dem einen oder anderen niemals Platz in der Gehirnschale gefunden hat.


DAS Grundgesetz heißt:

"lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit"

(Titus Maccius Plautus: Asinaria, 495)

"Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, wenn man sich nicht kennt"

 

Wir basteln meist hilflos im Nachgang an den Problemen herum und wollen keine Lösungen (er)finden.

"Ich muss falsch abgebogen sein", so spricht der Bärtige in der Werbung eines Möbel-Versandhauses. Stimmt, wir sind falsch abgebogen, bußgeldpflichtig!

 

Die, die unsere Geschicke leiten sollten, mit Verve, Vision und Verantwortung, sind zu beschränkt und egoman dazu.

Das ist durch Tatsachen bewiesen.

Wir hören, lesen und sehen diese Tatsachen täglich auf den Event-Fahrten mit den Monster-Kreuzfahrtschiffen in die Armenviertel dieser Erde.

Resignation macht sich breit in unserer vernetzten geldgeilen Welt.

Resignation aber kann niemals der Antrieb für Veränderungen oder gar Verbesserungen sein.


Hauptsache uns geht es gut und wir wachsen, bis wir mit der Nasenspitze ans Firmament stoßen.

Das Wachstum und der Wohlstand (immer auf Kosten der Wehrlosen) sind der Anfang vom Ende.


Liebe Chinesen, hoffentlich seid ihr auch künftig so solvent, damit ihr uns die AUDIBMWMERCEDES-Flotte so wie im Moment aus den Händen reißen könnt. Ihr habt die Verantwortung für uns und dafür, dass es uns gut geht.

Ihr alle da draußen, die ihr euch unseren Wohlstand, aus welchen Gründen auch immer, nicht leisten könnt, habt einfach mal Pech gehabt.

Vielleicht werdet ihr Flüchtlinge im nächsten Leben als gewachsene Wohlständler wieder geboren?

Wenn ja, dann bitten wir euch schon heute, falls wir dann die Flüchtlinge sind, um eure wohlwollende Unterstützung, damit wir nicht euer Schicksal erleiden müssen.

Und, liebe Schlepper, schickt uns bitte nicht auf löchrigen Schlauchbooten und mit maroden Schwimmflügerl über Nord- und Ostsee.

Dies wäre nämlich unfair und unmenschlich uns gegenüber.


So ist das Leben (und das Sterben).


Heinz Franke 20150825

20150827fra
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