FRANKE RÖSSEL RIEGER

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MiniX vor 2 Jahren 20140625fra
MiniX vor 2 Jahren 20140625fra

 

 

Ikonographie...

 

...unterscheidet sich essentiell von den Beurteilungskriterien nach Finanzen und Zeit.

Das „Wie“ der Ikonographie entspringt einer wissenschaftlichen Beurteilung nach Bestimmung und Deutung von Motiven in Werken, z.B. in Werken der Bildenden Kunst.

Dies kann der intellektuelle Ausgangspunkt sein, ohne dann später im Ergebnis ein Werk der Bildenden Kunst darstellen zu müssen.

Man schaut dabei über den eigenen ästhetisierten Tellerrand der eigentlichen Fragestellungen zu materiellen, sogenannten nützlichen Beiträgen, z.B. zur Beseitigung von Mangelerscheinungen.

 

Von dieser Betrachtung der Kunst könnte man lernen, aber nur, wenn denn dann nicht die bloße Wertschöpfung eines Kunstwerkes im Fokus steht, sondern die Grundsatzfrage ob und wie das Werk überhaupt der Kunst zuzuordnen ist.

Selbstbereicherung im Sinne der Besitzstandsmehrung durch den Erwerb von Kunst müsste dabei zunächst oder unbedingt unberücksichtigt bleiben.

Also eine zumindest parallele immaterielle Betrachtung der Sachverhalte ist hier eine notwendige Voraussetzung zur Generierung für materielle Werte von Dauer. Kunst ist zwingend immer irgendwie Materie, damit sie betrachtet oder gehört werden kann.

Ich denke dabei mit Freuden an die Skulpturen von Auguste Rodin und die in ihnen eingeschriebene doppelte Materialität. Ausgangspunkt ist die Entscheidung für ein noch das noch unbehandeltes Material der künftigen Skulptur, die erst nach Bearbeitung und Ausformung (hier) durch das Genie Rodin eine andere Materialität , nämlich das sichtbare Kunstwerk erhält.

 

Nicht nur die Generation der Profiteure sollte an der Wertschöpfung die Mehrwerte partizipieren können, das zeitlose große Ganze ohne Definition des sogenannten aktuellen Zeitwerts stellt die eigentliche Wertschöpfung dar.

Daran können zumindest viele Interessierte Anteil nehmen, wenn Zugang zum Werk gewährleistet ist, ohne es Eigentum nennen zu müssen.

Dies ist dann „Nachhaltige Kultur“.

 

Den flügelschlagenden neuzeitlichen Machern ist die, der Ikonographie eigene, frei und wissenschaftliche Betrachtung natürlich nicht nur ein Dorn, eher schon ein giftiger Curare-Pfeil im Auge. Zugunsten einer selbstbezogenen Darstellung operieren z.B. die Minderheiten der Finanzelite mit Argumenten wie Sicherung des Wohlstands, Wachstum und Erhalt oder Mehrung der Arbeitsplätze. Dabei denken sie in der Konsequenz nur an sich und stehlen sich qua ihrer Machtposition aus der Verantwortung für jetzige und künftige Generationen.

 

Diese „Vögel“ sind längst gestorben wenn die Ergebnisse ihrer Handlungen Früchte tragen oder besser keine Früchte mehr tragen. Der Spruch „lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“ hat längst seinen Sinn verloren. Es gibt (fast) keine Spatzen mehr.

So beschleunigt dieses Handeln im weitesten Sinn das Aussterben von Kultur(en).

Eine berechtigte Frage wäre allerdings, ob Kulturen ein ewiges Leben haben müssen, oder nicht durch neue fortgeschriebene ersetzt werden könnten?

 

Vom Folgenden bin ich jedenfalls überzeugt, die Finanzelite ist nicht die Elite, die diesem Begriff ursprünglich seinen Inhalt gegeben hat. Sie ist aber die aggressivste aller Eliten, sie ist manchmal sogar bewaffnet und lebensbedrohend.

Viel Vermögen hat nicht automatisch mit Verantwortung (für …) und Sachverstand zu tun; kann natürlich, muss aber nicht.

 

Ohne Lastenträger gibt es keine Leistungsträger, ohne „Kamele“ gibt es keinen Handel und Wandel über die eigentlich unwirtliche und versiegte Seidenstraße.

Also, ohne Lastenträger gibt es keine Ausbreitung der Kulturen.

 

Unternehmerische Balkendiagramme und Statistiken helfen uns nicht weiter, eher schon die aus den Realitäten in die Ideen transformierten Bilder, z.B. von pflanzlichen Myzelen oder vom Nildelta.

Diese Strukturen sind jeweils komplex, bestens vernetzt (hört hört) und haben einen höheren elementaren Nutzen für Viele und Vieles.

 

Minimalen Minimalprojekten sind ganz bestimmte Fähigkeiten zu eigen.

Diese ausgewählten Fähigkeiten sind oftmals bestechend gut, aber in unseren Breitengraden wenig verbreitet. Andere als die gewählten Fähigkeiten sind dann nicht vorhanden, deshalb können sie auch nicht mitwirken. DAS HAT WAS!

Ein ungenießbarer Wein, den ich nicht trinke, kann mir nicht den Magen verderben oder Sodbrennen verursachen.

 

Die verbliebenen Aufgaben der nicht Ausgewählten werden dann von anderen Myzelen und Deltas übernommen, wenn sie sich nach reiflicher Überlegung als nicht verzichtbar erweisen sollten.

Man könnte es Arbeitsteilung nennen.

 

Das erste Minimalprojekt steht jetzt da im grünen Park.

Immerhin ist das Interesse so groß, dass sich Reisegruppen auf den Weg dorthin machen, um das Minimale zu dokumentieren. Rezeptbücher sind noch nicht aufgelegt. Wir kochen meist aus einem guten Gefühl heraus.

 

Bald liegen wir in Liegestühlen im angrenzenden Park und trinken ein Gläschen auf die Ikonographie.

Hoffentlich bleibt das Wetter bis dahin schön.

 

Zum Wohl

 

20170611fra